LEBENDiGe Nachbarschaft & Corona

Walter + Karla

Für uns hat sich mit den Corona-Maßnahmen unser Leben insofern geändert, als die Betreuung im Tageszentrum nicht mehr zur Verfügung stand. Meine Frau war dadurch rein auf mich als Beschäftigungsperson angewiesen.

Ich habe versucht, den Tagen durch Spaziergänge eine Struktur zu geben. Wir sind sehr viel spazieren gegangen, auch wenn Karla die eine oder andere Strecke nicht so passend fand. Ich habe ihr Material aus dem Internet ausgedruckt, also Aufgaben, die sie selbst lösen konnte, damit sie nicht zu oft Zeit am Computer verbringt. Wir haben Karten gespielt, meistens am Abend, Zeitung gelesen und so unsere Tage ein wenig einsam verbracht.

Es gab schon immer wieder Gespräche mit den Nachbarn über den Zaun hinweg, die nötigen Einkäufe habe ich allerdings allein erledigt. Es war nämlich sehr mühsam, Karla immer wieder zu erklären, dass man einen Mundschutz in der Öffentlichkeit tragen soll, dass man sich die Hände öfter wäscht und auch desinfiziert – überhaupt musste ich ihr die Corona-Situation immer wieder erklären, bis sie es einigermaßen verstanden hatte. Daher war ein gemeinsames Einkaufen gehen nicht möglich und wäre für uns beide auch zu anstrengend und risikoreich gewesen.

Es ist schön, dass es jetzt wieder Möglichkeiten für Karla gibt, sich mit anderen Menschen zu treffen, denn allein nur mit mir Zeit zu verbringen, macht sie auf Dauer etwas teilnahmsloser.