LEBENDiGe Nachbarschaft & Corona

Die Frau, die mir nichts sagt und umgekehrt

Dieser Text ist zwar schnell geschrieben worden, kommt aber auch direkt von der Quarantäne-gequälten Seele und soll gegen das dumpfe Gefühl der Einsamkeit ankämpfen.

Ich habe sie nur mit ihrem Mann gesehen, beinahe nie geht sie zum Telefonieren vor die Tür hinaus, wie ich es ignorant und affin für den Austausch durch verbale Kommunikation sehr gerne mache.

Doch einmal, da hatte sie Panik und das war etwa eine Woche, nachdem ich es mit der Panik zu tun bekam. Der Grund ist jetzt nicht so schwer zu verstehen: Wir rutschen, rattern, zurück in eine Zeit dunkler mittelalterlicher Instinkte und das ist gefährlich für Frauenzimmer, die gerne aus der Reihe tanzen.

Wir gerieten also in Rage.

Ich meinte nicht mich, meinte sie auch nicht sich?
Als ich als erste, mir bekannte meiner Furcht vor der großen Blöße, einer Rückentwicklung schreiend Luft machte, fühlte ich mich sterbenseinsam und alleine gelassen. Als ich sie dann ebenfalls wütend werden hörte, war ich zwar wirklich ratlos, doch auch wieder ein wenig ruhiger. Ist es nicht Restvertrauen, mit seiner Angst nach außen zu gehen, und sei es auch in schriller Form?
Irgendetwas daran missfiel mir gar nicht so sehr.