LEBENDiGe Nachbarschaft & Corona

Wie Jugendliche in Feldbach die Corona-Zeit erlebt haben

Martina, Sabrina, Marco, Celine, Vanessa und Jasmin teilen ihre Erfahrungen

Ich komme in der jetzigen Zeit relativ gut zurecht. Ich habe angefangen jeden Tag zu kochen, mich gesund zu ernähren und regelmäßig Sport zu machen. Da ich in einer Wohngemeinschaft wohne, muss ich auch nicht auf den sozialen Kontakt verzichten. Ich habe meine engsten Freunde um mich herum. Wir spielen Gesellschaftsspiele und reden viel miteinander.
Mit dem distance learning komme ich nicht so gut zurecht, da mir die Routine fehlt. Des Weiteren habe ich keinen Schreibtisch und werde ständig von meinen Mitbewohnern abgelenkt. Es fällt mir einfach sehr schwer, mich hinzusetzen und die Arbeitsaufträge zu erledigen.
Ich habe es sicher nicht so schwer wie andere, die zum Beispiel ganz alleine wohnen, aber ich bin froh, wenn diese Zeit bald wieder vorbei ist.
Martina, 18 Jahre

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Es ist ungewohnt mit dieser Situation umzugehen, jedoch gewöhnt man sich sehr schnell daran. Am schwierigsten finde ich, den Kontakt zu Freunden und Familie komplett zu reduzieren. Sehr froh bin ich, dass wir mit unserem Lernstoff schon sehr weit fortgeschritten waren. Daher ist es sicher leichter, von zu Hause aus Unterricht zu haben.
Darüber, dass wir nicht nach Irland fliegen konnten, bin ich sehr traurig. Ich finde es jedoch besser, dass wir nicht fliegen durften, denn es hätte passieren können, dass wir nicht mehr zurück nach Österreich hätten reisen dürfen.
Diese Zeit ist für niemanden leicht und jeder würde sich wünschen, dass bald alles wieder normal wäre. Für mich gibt es hier zwei große Vorteile: die Natur und unsere Gesundheit.
Sabrina, 19 Jahre

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Ich bin froh, dass die Regierung früh genug reagiert hat, weil es hätte viel schlimmer ausgehen können. Für mich ist es noch angespannter, weil meine Großeltern im gleichen Haus wohnen, wie ich. Natürlich gehen wir auf Abstand. Ich finde, wir haben es besser erwischt, dass wir ein Monat „normal“ Schule hatten und jetzt die restliche Zeit e-learning. Mir fehlen meine Freunde sehr, wir telefonieren jeden Tag über Video, aber das ist halt nicht das Gleiche. Bin noch immer sehr traurig wegen Irland, weil ich 2 Jahre auf diesen Moment gewartet habe. Leider ist es nicht in Erfüllen gegangen. Hoffe, es wird alles bald wieder normal sein.
Marco, 18 Jahre

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Zu Beginn dieser Zeit war es für mich eine große Umstellung, mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, zu Hause zu sein. Meine Freunde und Familie vermisse ich sehr, jedoch nutze ich viele Apps z.B. Houseparty oder Facetime, um mit ihnen in Kontakt zu bleiben.
Distance learning war für mich am Anfang sehr ungewohnt und ich hatte Probleme mich zurecht zu finden, aber mittlerweile komme ich ganz gut damit klar und bin besser organisiert.
Ich bin noch immer wahnsinnig traurig darüber, dass wir nicht nach Irland geflogen sind. Finde aber, wir haben die bessere Entscheidung getroffen, auch wenn ich gerne das Praktikum absolvieren wollte.
Ich hoffe weiterhin, dass meine Freunde und Familie gesund bleiben und diese Krise bald endet.
Celine, 17 Jahre

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Corona-Krise: die größte Challenge unserer Zeit
Schulen und Kindergärten werden geschlossen, Veranstaltungen werden abgesagt, Geschäfte werden geschlossen und das alles von heute auf morgen. Mundmasken und Abstand halten werden von nun an zu unserem Alltag gehören. Die Auswirkungen des Coronavirus sind drastisch, ein sehr großer Schreck für alle. Wir verbringen nun mehr Zeit zu Hause, statt in Fußballstadien oder in den Lokalen. Plötzlich ist Zeit im Überfluss vorhanden.
Diese Zeit ist nicht nur für Schüler, sondern auch für Lehrer eine große Umstellung. Auf einmal heißt es E-Learning und Homeoffice. Viele haben immer davon geträumt, alles von zu Hause aus zu erledigen, doch ob damit alle zufrieden sind, ist schwer zu sagen. Es gibt nicht nur Nachteile, sondern auch Vorteile, die man aus der Zeit mit Corona bzw. Covid-19 ziehen kann.

Vorteile

  • Mehr Zeit für die Familie, Kinder: Filme schauen, Gesellschaftsspiele spielen
  • Mehr Zeit für sich selbst: Sport, Lesen, Musik
  • Mehr Zeit für Renovierungsarbeiten: Garten, Haus
  • Mehr Wert auf Hygiene: Mundmasken, Desinfektionsmittel, Handschuhe
  • Natur und Umwelt-Verbesserungen: Delfine an den Küsten, Luftqualität steigt (Abgaswerte sinken), Klares Meerwasser (z.B. in Venedig)

Nachteile

  • Viele fühlen sich eingesperrt und einsam
  • Kein Kontakt mit Verwandten, Großeltern, Freunden, …
  • Vieles geschlossen
  • Viele Arbeitslose
  • Geringerer Lohn
  • Kleine Unternehmen sterben aus
  • Urlaube, Konzerte, Sportveranstaltungen bzw. allgemeine Veranstaltungen fallen aus oder werden verschoben
  • Umstellung für Schüler, Lehrlinge und Arbeiter

Vanessa, 18 Jahre

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Ich komme mit der aktuellen Situation der Corona Krise mittlerweile ziemlich gut klar.
Es war am Anfang ziemlich ungewohnt und auch ein bisschen verängstigend. Nach einiger Zeit muss ich aber sagen, dass man dann schnell seinen Tagesablauf findet und auch mal Zeit für andere Sachen hat, zum Beispiel Sport.
Ich habe gemerkt, dass es auch positive Seiten hat, zuhause zu sein. Man kommt viel mehr dazu, mal auf seine Gesundheit zu schauen. Jeden Morgen gehe ich jetzt laufen und nachmittags Radfahren.
Mit meinen Freunden kann ich mich ja jetzt leider nicht treffen, aber auch für das gibt es eine Lösung. Ich chatte jeden Tag mit meinen Freunden auf Houseparty mittels Video. Wenigstens kann man sich dann dabei sehen.
Leider war das Osterwochenende nicht wie immer, keine Familienfeiern oder Sonstiges.
Es ist schon gut so, denn wenn wir alle zusammenhalten und so wenig wie möglich unter Menschen sind, können wir wieder schneller zur Normalität zurückkehren.
Jasmin, 16 Jahre

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