LEBENDiGe Nachbarschaft & Corona

Arbeitsalltag einer Dienstleisterin

Ein Interview

Was hat sich seit Corona für dich in deinem Arbeitsalltag verändert?

In meinem Arbeitsalltag hat sich einiges verändert, da viele Selbstverständlichkeiten leider derzeit wegfallen – zum Beispiel diese Leichtigkeit im Beruf, die persönlichen Beziehungen mit beziehungsweise zu meinen Kunden, das freundliche Händeschütteln. Auch die Planbarkeit ist im Moment oft nicht so einfach. Trotz aller Herausforderungen – wie Abstand, Maske und Desinfektion – gebe ich aber weiter mein Bestes und versuche, meine Kundinnen und Kunden immer mit einem Lächeln zu begrüßen, wenn sie zu uns ins Fachinstitut kommen. Wir sind sehr froh, dass wir als Hörakustiker weiterhin für alle da sein können.

Wie geht es dir mit den Sicherheitsmaßnahmen?

Man muss sich der Situation anpassen – auch wenn es alles in allem nicht so leicht ist. Aber die Gesundheit der Kunden und die meiner Kollegen steht natürlich an erster Stelle. Unser umfassendes Schutz- und Hygienekonzept hat sich bisher sehr bewährt. Und die Pausen nach jedem Kundentermin, die wir zum Lüften und Desinfizieren eingeplant haben, versuche ich jetzt zum Beispiel auch bestmöglich zu nutzen, um wieder Energie zu tanken. Das Arbeiten mit Mund-Nasen-Schutz ist natürlich sehr anstrengend. Man muss mit den Kunden lauter sprechen und für Brillenträger ist die Sicht auch oft noch zusätzlich beeinträchtigt.

Wie hat sich der Kontakt mit den Kunden verändert? Wie läuft die Kundenbetreuung derzeit ab?

Wir wollen immer so gut wie möglich für unsere Kunden da sein – egal, ob es um ein Hörgeräte-Service, eine Anpassung oder Hörgerätebatterien geht. Das ist derzeit aber leider ohne vorherige Terminvereinbarung aufgrund der aktuellen Bestimmungen nicht so einfach – wir bitten daher alle, vorher anzurufen. Das heißt, dass die Planung viel wichtiger geworden ist, um die Sicherheit gewährleisten zu können. Aber unsere Kunden verstehen das zum Glück, dass derzeit alles ein wenig anders abläuft. Umso schöner ist auch das Gefühl, wenn wir einem Kunden wieder ein Stück Lebensqualität schenken konnten, weil er wieder besser hört und somit zufrieden ist – das ist jetzt wichtiger denn je.

Wie gehen die Kunden mit dieser Situation um?

Unsere Kunden sind wirklich sehr diszipliniert – das reicht vom Maskentragen bis zur Handdesinfektion, wenn sie in unser Fachinstitut kommen. Ich glaube, der Großteil hat sich mit dieser veränderten Situation ganz gut arrangiert – so nach der Devise: „Es ist, wie es ist – machen wir das Beste daraus!“ Sie sind froh, dass wir als Hörakustiker nach wie vor für sie da sind, wenn sie etwas brauchen. Aber für viele ist es schon herausfordernd, in der Hörkabine durchgehend ihre Maske tragen zu müssen – auch das gegenseitige Verstehen ist dadurch natürlich erschwert. Das ist im Moment aber leider nicht anders möglich.

Was wünschst du dir für die Zukunft? Beziehungsweise: Hat Corona auch etwas Gutes an sich?

Man kann aus dieser Zeit nur lernen: Was Gutes kann zum Beispiel sein, dass wir uns diese Einschränkungen lange merken, uns das Ganze immer wieder vor Augen führen und somit zufriedener sind – mit dem, was wir haben. Und die Corona-Zeit hat auch gezeigt, wie wichtig es ist, gut hören zu können – damit man gut kommunizieren kann und seine Lieben am Telefon zum Beispiel versteht. Ich persönlich freue mich aber auf jeden Fall schon wieder auf Normalität – das ist für mich die Zeit vor Corona.