Ortsmitte

Leerstand als Chance für Begegnung

Ungenutzte oder wenig genutzte Räume in zentralen Lagen sind in Gemeinden ebenso ein Thema wie der Verlust zentraler Begegnungsorte insbesondere für weniger mobile und ältere Menschen. Das Projekt Ortsmitte nimmt diese beiden Herausforderungen auf, sucht und erprobt mögliche Lösungen.

Durchs Reden und beim Essen kommen die Leute zusammen.
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Two Senior Women Playing Dominoes At Day Care Centre

Projektziele  & -maßnahmen

Ortsmitte zielt auf die Etablierung eines zentralen Begegnungsortes für ältere Menschen, der von diesen bedarfsorientiert (weiter-)entwickelt wird.

Raum für dieses Angebot entsteht an einem zentralen, bis dahin wenig oder gar nicht genutzten Ort, der von einer Projektgruppe beteiligungsorientiert gestaltet wird. Der Treffpunkt stärkt die Nachbarschaft und damit das intergenerative und interkulturelle Zusammenleben.

  • In aktivierenden Gesprächen mit BürgerInnen entstehen eine Bedarfslandkarte und eine lokale Projektgruppe, die sich für den Begegnungsort engagieren will.
  • Der Ort wird von der Gemeinde mit aktiven BürgerInnen bedarfsgerecht und beteiligungsortientiert gestaltet.
  • Parallel arbeitet eine Gruppe regionaler Stakeholder an möglichen Maßnahmen, um Leerstand und Begegnung zusammen zu denken. Darauf aufbauend haben im Herbst 2020 die Regionaltreffen zum Thema „Dorfleben. Auf die Probe gestellt“ stattgefunden.
  • Weiterführende Maßnahmen sind derzeit in Entwicklung wie z.B.:
    – ein Selbstcheck für Gemeinden und darauf aufbauend ein Planungsworkshop
    – eine Vortragsreihe zu öffentlichen Raum, Leerstand und Gesundheit
    – ein Lokalaugenschein oder
    – ein PhotoVoice-Prozess
Good practice-Beispiele aus steirischen Gemeinden

Die gesellschaftliche Entwicklung verändert das Leben in der Stadt und auf dem Land. Der Wandel zeigt sich im Materiellen wie im Sozialen. Einzelne Gemeinden erproben, ob sich die Dynamik umkehren lässt, ob z.B. eine beteiligungsorientierte Neugestaltung zentraler Plätze oder ungenutzter Leerstände zu einer Belebung der Ortskerne beiträgt. Motivierende Erfahrungen kommen aus den Gemeinden …

  • Irdning-Donnersbachtal: Ein wachgeküsstes altes Gasthaus, ein Platz mitten im Zentrum, der zum Verweilen einlädt und ein revitalisiertes Stadthaus.
  • Knittelfeld: Aus einem Bürgerbeteiligungsprozess ist der neu gestaltete Hauptplatz sowie das neue „Haus der Vereine“ hervor gegangen.
  • Obdach: Nach einem begleiteten Bürgerbeteiligungsprozess bringen neue Wohnungen und Betriebe Leben in die Ortsmitte.
  • Trofaiach: Die 1983 stillgelegte Simon Mühle im Ortszentrum wurde rund 30 Jahre später als Begegnungs- und Veranstaltungsort revitalisiert.

Der Zusammenhalt schwindet, wenn Menschen sich nicht mehr begegnen. Und das Verständnis für andere geht verloren, wenn man die Welt nur noch aus dem eigenen Blickwinkel betrachtet. (Burfeind 2018)