Styria vitalis von 1972 bis heute

Begonnen hat die Entwicklung von Styria vitalis 1972 als Sektion der Ärztekammer. Damals verstand man unter Gesundheitsschutz v.a. Vorsorgemaßnahmen.

Erst mit der Verabschiedung der Ottawa-Charta durch die WHO 1986 entstand die New Public Health-Idee oder Gesundheitsförderung als komplexe soziale Intervention in Lebenswelten. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den veränderten Aufgabenbereichen von Styria vitalis wider. Standen Vorsorgemaßnahmen, die in den Mutter-Kind-Pass mündeten, am Anfang der Geschichte, sind es heute die Kariesprävention und die salutogen ausgerichtete, ressourcen- und verhältnisorientierte, partizipative Arbeit mit Kindergärten, Schulen und Gemeinden, die Gesundheit als Wert in ihrer Lebenswelt verankern wollen. Das wird z.B. durch das Mitdenken von Gesundheitsfolgen bei allen Entscheidungen möglich.

1972…

wurde Styria vitalis als „Steirische Gesellschaft für Gesundheitsschutz“ von der Ärztekammer für Steiermark gegründet, die nach dem Vorbild der Vorarlberger eine Sektion Vorsorgemedizin etablierte. In den ersten 15 Jahren lag der Schwerpunkt auf der körperlichen Gesundheit durch Aktivitäten wie Atmungs-Kreislauf-Leistungstests, sportmedizinische und orthopädische Untersuchungen oder die Verhinderung von arbeitsbezogenen Belastungen wie Lärm.

1986…

starteten die ersten Aktivitäten zur Kariesprophylaxe in Kindergärten, nachdem es zuvor erste Gruppenprophylaxetermine in Landesberufsschulen gegeben hatte. Dafür hatte der damalige Wirtschaftslandesrat den Weg geebnet.

1987…

entstand mit den vier Gesunden Dörfern Anger, Gröbming, Markt Hartmannsdorf und Mureck der Vorläufer des Netzwerks Gesunde Gemeinde. Das steirische Netzwerk war das erste gesundheitsorientierter Gemeinden in Österreich, dem mittlerweile Netzwerke in Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg und im Burgenland gefolgt sind.

1989…

entwickelte sich nach der pilothaften Zusammenarbeit mit der Grazer Volksschule Schippinger 1987/88 die „Gesunde Volksschule“. Nach Straß und Ehrenhausen gelang es mit den Volksschulen Peesen in Thannhausen und Klöch sowie ihren Direktorinnen Irmgard Praßl und Eva Holler-Schuster die Gesunde Volksschule als Ort des Wohlfühlens weiter zu entwickeln. Ausgehend von der schulärztlichen Untersuchung, orthopädischen Screenings, Hör- und Sehtests gab es Empfehlungen für kindgerechte Schulmöbel sowie Theaterstücke zur gesunden Jause, Angebote zum psychosozialen Bereich sowie erste LehrerInnenfortbildungen in Kooperation mit dem damaligen Pädagogischen Institut. Für die Optimierung der schulärztlichen Untersuchung engagierten sich Dr. Max Haidvogl und Drin Veronika Zobel.

1990…

wurde mit der Verleihung der ersten „Grünen Haube“ ein weiterer Meilenstein gesetzt. Die Grüne Haube hob sich vom niederschwelligeren Gütesiegel der Gesundheitsbewussten Gaststätte ab. Bis heute ist die Grüne Haube die Marke, die Styria vitalis an Gastronomie- und Hotelleriebetrieb in ganz Österreich verleiht.

2000…

startete Styria vitalis eine Initiative zur Prävention von Diabetes Typ 2. Ziel war die frühzeitige Identifikation von Risikopersonen, um durch einen gesünderen Lebensstil die Manifestierung von Diabetes zu verhindern. Aus dieser Initiative entwickelte sich die Mitarbeit am internationalen Diabetes-Präventionsprojekt DE-Plan unter der Leitung der Universität von Helsinki. Ergebnis waren ein Curriculum für den Einsatz von sogenannten Präventionscoaches, welche in Gruppensettings Verhaltensänderungen zu gesünderen Lebensstilen in Bezug auf das Bewegungs- und Ernährungsverhalten erfolgreich begleiteten.

2004…

übernahm Styria vitalis die vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich entwickelte Jugendgesundheitswebsite www.feel-ok.at zur Implementierung in Österreich. Mit vielen Bundesländerpartnern und Fachorganisationen steht seither den 12- bis 19-Jährigen Information zu Themen von Alkohol und Arbeit bis Stress und Suizidalität zur Verfügung. Außerdem vermittelt die Website zu regionalen Beratungsstellen für Jugendliche sowie Arbeitsmaterialien für PädagogInnen.

2005…

begleitete Styria vitalis mit den steirischen Lehrlingshäusern erstmals Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen bei der Anpassung ihrer Speisepläne im Sinne einer gesunden und ausgewogenen Ernährung. Neben der Ernährungsphysiologie stehen seither auch die ökologischen und sozialen Aspekte des Essens im Zentrum der Weiterentwicklung von Küchenbetrieben. Das alles bei einer Kostenneutralität im Materialaufwand. Für das Sichtbarmachen dieser Qualitäten wird nun der Grüne Teller verliehen.

2011…

fiel in den Gesunden Gemeinden Arnfels, Bruck an der Mur, Kapfenberg, Lieboch und Schladming der Startschuss für das Projekt „Gemeinsam Gehen“. Ziel war die Förderung der Alltagsmobilität bei Personen 65 plus durch Gehen. Sozialraumanalysen mit Menschen aus der Zielgruppe, die Gestaltung von Wegenetzkarten, die Etablierung von sozialen Begleitdiensten und die Initiierung von regelmäßigen Gehen-Treffs sind aktuell Schwerpunktangebote für Gesunde Gemeinden.

2012…

startete Styria vitalis auf Initiative des steirischen Gesundheitsressort „Schulbuffet OK“. Ziel war die Erprobung von Buffetumstellungen in AHS und BHS gemeinsam mit den Buffetbetrieben und den jeweiligen SchulpartnerInnen. Nach der erfolgreichen Begleitung von 19 Schulen 2012/13 engagiert sich nun die Koordinationsstelle Schulbuffet bis Ende 2015, um alle 55 Buffetbetriebe in AHS und BHS leitlinienkonform umzustellen. Wichtiger Partner dafür ist das Bundesministerium für Gesundheit mit der Initiative Unser Schulbuffet.

ist außerdem das Startjahr für den Gesunden Kindergarten, der mittlerweile in operativer Kooperation mit der STGKK Projekt- und Netzwerkkindergärten begleitet und betreut.

Aktuell…

bauen wir den Schwerpunkt Essen und Gemeinschaftsverpflegung mit zwei neuen Projekten aus: KostBar interessiert sich für das Bedürfnis sozial benachteiligter Familien in Bezug auf Essen und Trinken. Herausforderung Gemeinschaftsverpflegung widmet sich in Kooperation mit der Zentralküche Graz und den 147 von ihr belieferten Einrichtungen den gesundes Essen koproduzierenden Kommunikations- und Logistikprozessen.

tragen wir Sorge für die Readiness von Pflegeheimen, integrierte Gesundheitsförderungsmaßnahmen für MitarbeiterInnen, BewohnerInnen, Angehörige und Freiwillige umzusetzen. Den Projektrahmen dafür bildet Gesundheit hat kein Alter.