Praxis-Zone
Resilienz bei Kindern fördern auf individueller Ebene und auf Beziehungsebene: Anregungen für die Schulpraxix
Präventionsprogramme – Beispiele
- Trainingsprogramm zur Veränderung maladaptiver Attributionsmuster (Julius & Goetze 2000)
- Programm „I can problem solve“ (ICPS) zur Verbesserung von Problemlösestrategien und sozialer Perspektivenübernahme (Shure & Spivack 1981)
- Stresspräventionstraining „Bleib locker“ (Klein-heßling & Lohaus 2000)
- Anti-Stress-Training für Kinder (Hampel & Petermann 1998)
- FAUSTLOS-Curriculum zur Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen und zur Gewaltprävention
- „Penn Prevention Programm“ (Seligman; dt.: „Kinder brauchen Optimismus“, 1999)
- Gruppeninterventionsprogramme für Kinder in Trennungs- und Scheidungssituationen
Kleinere Projektarbeiten – Beispiele
z.B.: gemeinsam die Natur erforschen, Kunst erleben, Musik-, Theater- oder Tanzprojekte. Förderung von:
- Ziele setzen
- Eigenverantwortlich planen
- Sich organisieren und engagieren
- Nach kreativen Lösungen suchen
- Prosoziale und kooperative Fähigkeiten
- Zusammengehörigkeitsgefühl, Sinnerleben
- Umgang mit Fehlern
Märchen und Geschichten
- Veranschaulichung resilienter Verhaltensweisen
- Perspektivenübernahme
- Verhaltensmodelle zur Problemlösung
Typische Merkmale: Bewältigung einer schwierigen Situation / eines Problems I Lösung geschieht durch Protagonisten selbst I Verantwortungsübernahme I Selbstwirksamkeitsüberzeugung (Glaube an die eigene Fähigkeit Anforderungen zu bewältigen)
Mögliche Fragen zur Nachbesprechung: Was hat dir an der Geschichte / am Märchen besonders gefallen? Was könnte der Held der Geschichte jetzt tun? Wer kann ihm helfen? Welchen anderen Lösungsweg hätte es gegeben? Wie hättest du dich verhalten? Hast du so etwas auch schon einmal erlebt? Gibt es Ähnlichkeiten zwischen dir und dem Helden?
Beispiele für resilienzfördernde Geschichten
Die Bremer Stadtmusikanten, Hänsel und Gretel, „Swimmy“ von Leo Leonnie, „Das kleine Ich bin Ich“ von Mira Lobe, „Ronja Räubertochter“ von Astrid Lindgren, „Die Brüder Löwenherz“ von Astrid Lindgren, „Die Prinzessin auf dem Kürbis“ von Heinz Janisch
- Umgang mit Rückschlägen; optimistische Lebenseinstellung
- Positives Selbstbild, Aufbau sozialer Beziehungen, Mobilisieren sozialer Unterstützung
- Verantwortlichkeit für andere: Hilfsbereitschaft, Verpflichtungsgefühl
Quelle: Wustmann, Seiler & Fthenakis, 2020
Entwicklung passiert IN BEZIEHUNG. Kinder entwickeln ein Gefühl der Handlungskompetenz, der eigenen Gestaltungsfähigkeit und Bedeutsamkeit nur in der aktiven und direkten Interaktion mit anderen. Bewusstsein für die eigenen Erziehungseinstellungen, -handlungen und das eigene Bild vom Kind sind entscheidend für die Förderung von Resilienz (Wustmann Seiler & Fthenakis 2020).
- Wie kann ich in der eigenen erzieherischen Praxis Kinder bei der Entwicklung wichtiger Lebenskompetenzen unterstützen?
- Wie trage ich durch mein Verhalten dazu bei, dass das Kind Verantwortung für sich und sein Handeln übernimmt und Problemlösefähigkeiten entwickelt?
- Wie fördere ich die interne Kontrollüberzeugung eines Kindes?
Indem man…
- …das Kind ermutigt, positiv und konstruktiv zu denken.
Kompetenzen: Optimismus/Zuversicht - …dem Kind keine vorgefertigten Lösungen anbietet (vorschnelle Hilfeleistungen vermeiden).
Kompetenzen: Problemlösefähigkeit/Verantwortungsübernahme/Selbstwirksamkeit - …das Kind bedingungslos wertschätzt und akzeptiert.
Kompetenzen: Selbstwertgefühl/Geborgenheit - …dem Kind Aufmerksamkeit schenkt (aktives Interesse an den Aktivitäten des Kindes zeigt; sich für das Kind Zeit nimmt).
Kompetenzen: Selbstwertgefühl/Selbstsicherheit - …dem Kind eine anregungsreiche Umgebung anbietet und Situationen bereitstellt, in denen das Kind selbst aktiv werden kann.
Kompetenzen: Explorationsverhalten/Selbstwirksamkeit - …dem Kind Verantwortung überträgt .
Kompetenzen: Selbstwirksamkeitsüberzeugung/Selbstvertrauen/Selbstmanagement - …Routine in den Lebensalltag des Kindes bringt.
Kompetenzen: Selbstmanagement/Selbstsicherheit - …das Kind nicht vor Anforderungssituationen bewahrt.
Kompetenzen: Problemlösefähigkeit/Mobilisierung sozialer Unterstützung - …ein „resilientes“ Vorbild ist (und dabei authentisch bleibt).
Kompetenzen: Effektive Bewältigungsstrategien
Was kann ich noch tun?
- Kindern die Erfahrung ermöglichen dass sie gehört werden wenn sie sich an mich wenden
- Dabei unterstützen auch positive Seiten an schwierigen Situationen zu sehen
- Mich selbst gut regulieren (zB Erholung, Entspannung und Ruhepausen als Maßnahmen einsetzen)
- Kindern helfen ihre eigenen Bedürfnisse zu erkennen und zu verwirklichen