Sozialer Raum statt Leerstand

Wie Nachbarschaften Gemeinden beleben

Die gesellschaftliche Entwicklung verändert das Leben in der Stadt und auf dem Land. Der Wandel zeigt sich im Materiellen wie im Sozialen.

Was bedeutet das für die Demografie im ländlichen Raum?
  • Frauen bekommen weniger Kinder.
  • Junge ziehen in die Stadt, Ältere bleiben zurück. Das Land wird leerer, die Städte voller.
  • Auf dem Land schrumpfen Infrastruktur, Dienstleistungsangebot und soziale Beziehungen.
  • Gebäude stehen leer, verursachen aber weiterhin Kosten.
Leidtragend sind insbesondere Ältere.

Sie erleben den Ausschluss aus Dienstleistungen wie der öffentlichen Verkehrsanbindung, sie verlieren ihre Kontakte und damit soziale Teilhabe. Die Bindung an eine Nachbarschaft, die mit der Dauer des gemeinsamen Lebens wächst, vermittelt Zugehörigkeit, Sicherheit, Vertrauen und praktische Unterstützung. Diese soziale Einbettung weicht bei der Auflösung von Nachbarschaft oft einer sozialen Isolation. Die untergräbt Gesundheit, führt zu mehr Demenz und längerer Pflegebedürftigkeit. Mit der Veränderung des Raums, seiner fehlenden oder geringen Nutzung gerät so schließlich auch das Wohlbefinden in Gefahr.

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Was tun, um diese Dynamik zu unterbrechen?

Einzelne Gemeinden erproben, ob sich die Dynamik umkehren lässt, ob z.B. ein höheres Sozialkapital dazu beiträgt, Räume zu beleben. Dafür gibt es Anhaltspunkte. Deshalb ermutigen wir, ausgehend von Älteren, Zeit in Initiativen für erfolgreiche Beziehungen und eine Kultur des Vertrauens zu investieren. Diese Erhöhung des Sozialkapitals braucht Begleitung und motivierte Menschen vor Ort, die sich einbringen. Sie braucht deren Bereitschaft, ihre Fähigkeiten für eine soziale Bewegung einzusetzen, und sie braucht Gelegenheiten zu öffentlicher Begegnung, also Treffpunkte. Mit ihrer Gestaltung und Programmierung fangen wir an – auf dem Weg zurück in einen lebendigeren Raum.

Good practice-Beispiele aus steirischen Gemeinden

Marktgemeinde Irdning-Donnersbachtal
Ein wachgeküsstes altes Gasthaus, ein Platz mitten im Zentrum, der zum Verweilen einlädt und ein revitalisiertes Stadthaus. Mehr zu diesem Bürgerbeteiligungsprojekt zeigt ein Kurzfilm.
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Stadtgemeinde Knittelfeld
Unter dem Titel „Knittelfeld – Gestalten wir Zukunft“ wurde 2014 ein Bürgerbeteiligungsprozess gestartet. Der neu gestaltete Hauptplatz sowie das neue „Haus der Vereine“ sind daraus hervor gegangen.
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Stadtgemeinde Leibnitz
Im Rahmen des Bürgerbeteiligungsprozess „Leibnitz 2030“ wurde aus einem leerstehenden Geschäftslokal in zentraler Lage ein Ort der Begegnung für alle BürgerInnen – das „WOHNZIMMER Leibnitz“.
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Marktgemeinde Obdach
Nach einem begleiteten Bürgerbeteiligungsprozess bringen neue Wohnungen und Betriebe Leben in die Ortsmitte. Ein Kurzfilm macht die positiven Entwicklungen sichtbar.
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Marktgemeinde Trofaiach
Die 1983 stillgelegte Simon Mühle im Ortszentrum wurde rund 30 Jahre später als Begegnungs- und Veranstaltungsort revitalisiert. In einem Podcast können Sie hören, wie es dazu kam.
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