Schulische Rahmenbedingungen

Ideenpool: Inspirationen aus der Praxis der GKPS als Anregung zum Nachmachen

Die Nutzung und Wirkung von Räumen auf die Gesundheit wird oft unterschätzt! SchülerInnen und Lehrpersonen sowie administratives Personal halten sich einen Großteil ihres Arbeitstages in Schulräumen auf – seien es Unterrichtsräume, Demo- und Übungsräume, Büros, oder Konferenzräume.

Ziele

  • Gesundheitsförderliche, nachhaltige und umweltfreundliche Rahmenbedingungen für gesundes Lernen schaffen
  • Nutzung, Gestaltung und nachhaltige Optimierung von Räumen
  • Abläufe und Zeitstrukturen gesundheitsförderlich gestalten
  • Bewusstseinsbildung zur nachhaltigen und umweltfreundlichen Nutzung von Ressourcen bei SchülerInnen und Lehrpersonen

Reflexion und Bewusstseinsbildung

Nachfolgend Anregungen für Diskussionen im Schulteam oder auch mit den SchülerInnen als Einstieg ins Thema.

  • Fühlst du dich in den Schulräumen wohl? Was magst du/ was nicht?
  • Wie wirken die Räume in der Schule oder in der Praxis auf dich?
  • Was bewirken die unterschiedlichen Farben/ Dekorationen/…?
  • Gehst du in der Schulzeit öfter ins Freie und nützt du /nützt ihr auch die Außenräume und die Umgebung?
  • Was ist dir bei einer Raumgestaltung besonders wichtig und was könnte auch für PatientInnen oder zu Pflegenden wichtig sein?
  • Welche Orte zum Treffen oder Entspannen gibt es? Wie fühlst du dich nach einem Aufenthalt dort in einer Pause?
  • Wie könnten/ sollten gute Orte zur Entspannung gestaltet sein?
  • Welche Möglichkeiten findest du im Schulalltag, dich gesund zu ernähren, dich zu bewegen oder dich mit anderen SchülerInnen zu treffen? Wie häufig nutzt du diese Möglichkeiten bislang?
  • Findest du die Schulzeiten und Abläufe gut organisiert oder siehst du Möglichkeiten für gesundheitsfördernde Veränderungen?
  • Kannst / könntest du zur Reduktion von CO2 auch klimafreundlich(er) unterwegs sein (z.B. öffentliche Verkehrsmittel; Fahrräder, E-Mobilität; Nutzen von Fahrgemeinschaften u.a.)?
  • Findest du Möglichkeiten, noch sorgfältiger, nachhaltiger und umweltbewusster mit Materialien und Produkten in der Ausbildung umzugehen? (z.B. Verbandsmaterialien, Material zur Blutabnahme, div. Apparate)

Mögliche Fragen im Zuge einer Hausbegehung:

  • Gab und gibt es Räume, die zu klein/groß sind?
  • Welche Räume werden wenig genützt?
  • Wo seht ihr wenig genützte Gänge, Ecken, Garderoben, Freibereiche, die man umgestalten oder doppelt nützen könnte?
  • Welche Aktivitäten bräuchten mehr Platz?
  • Könnte man Räume nach Bedarf und Bedürfnis umtauschen, anders gestalten, abtrennen, verschönern oder ins Freie auszuweiten?
  • Könnte man Plätze im Freien für den Unterricht nutzen /schaffen?
  • Gibt es Notwendigkeiten zu Adaptierungen durch die neu entstandenen Ausbildungsschienen (z.B. PA; PFA; § 44)?
  • Wie und wo könnte man – wenn möglich ohne großen Aufwand – weitere Nutzungsbereiche im Freien schaffen? Wann und wie könnte man sie verstärkt für den Unterricht und die Pausen einsetzen – zur Entspannung, Bewegung oder als sozialen Treffpunkt?
  • Gibt es ein gutes WLAN und genügend Steckdosen?

Hintergrundwissen zum Thema

Viele SchülerInnen klagten bei anonymen Befragungen über zu wenige Entspannungsmöglichkeiten zum „Ausrasten“, über zu wenig soziale Treffpunkte, über eingeschränkte Möglichkeiten, sich mit gesundem Essen zu versorgen, als auch über zu wenig Bewegungsmöglichkeiten in ihrer Schulzeit.

Eine Veränderung von Raumnutzungen schafft Verbesserungspotential, wenn die Betroffenen auch in die Überlegungen miteinbezogen werden. Außerdem fördert eine Thematisierung das Bewusstsein, wie wichtig Räume und Rahmenbedingungen für Gesundheit und Arbeitszufriedenheit sind – ein Lerneffekt auch für die Zukunft im Pflegebereich. Optimierungsmöglichkeiten und Priorisierungen gelingen zudem gemeinsam einfach besser und sind gemeinsam oft leichter umsetzbar.

Beginnt man, sich mit den Räumen gezielt auseinanderzusetzen, ist eine Erfassung und Reflexion über den Ist-Stand von Nutzen. Untenstehende Fragen können z.B. über eine Schulplattform oder auch eine einfache Sammelwand zusammengetragen werden.
In einer Reflexionsphase folgt eine gemeinsame Priorisierung der Veränderungswünsche und Möglichkeiten der Umsetzung. Häufig wird fehlendes Geld als Hindernis in die Diskussion eingebracht, aber bezüglich des Finanzbedarfs erweist sich meist, dass viele Veränderungen weniger kosten, als gedacht oder die Finanzierung mit kreativen Ideen ermöglicht werden kann (Projektförderungen; Produktsponsoring, Second-Hand, Gemeindeunterstützung, Sponsoren aus der Region, Produktbeiträge von SchülerInnen oder Lehrpersonen usw.)

Durch die Beteiligung von SchülerInnen und LehrerInnen bei der Erhebung, Planung und Umsetzung wird der Teamgedanke gefördert und gleichzeitig kostengünstig und umweltfreundlich ein gemeinsames Ziel erreicht. Wo ein Miteinander- Aktiv sein ermöglicht wurde, berichten die Beteiligten, dass ihnen der Prozess und die Arbeiten auch immer viel Freude und Spaß gebracht haben (Bsp. selbstorganisiertes Ausmalen eines Unterrichtsraums).

1. Raum- und Platzbedarf sowie Adaptionsmöglichkeiten

INDOOR

Büro- & Unterrichtsräume

Es ist wichtig, die genaue Nutzung und das Leerstehen von Räumen zu hinterfragen, um sie aktuellen Gegebenheiten wie Gruppengrößen besser anpassen zu können.

  • So wurde beispielsweise ein Computerraum in einer Schule nur mehr wenig genutzt. Gemeinsam wurde entschieden, den Raum aufzulösen, zu Büroräumen umzubauen und die vorherigen Büros stattdessen als Unterrichtsräume zu nutzen.
  • Auch Raumtausch auf Grund von Veränderungen der Gruppengrößen oder Lehrinhalte verbesserten die Raumsituation.
  • Auch Doppel-und Mehrfachnutzungen erweitern den Raum – so wurde ein weniger genützter Lehrersozialbereich für SchülerInnen geöffnet.
  • Einige Klassenräume wurden auf Wunsch der SchülerInnen und mit ihrer aktiven Mitarbeit neu gestaltet – dabei wurde auch auf Bilder, Farben, Symbole Pflanzen, Beleuchtung und Tageslicht geachtet.

Bereiche zum selbstständigen Lernen & Arbeiten

  • Räume (z.B. Aula, Küchen, Eingangsbereiche) lassen sich durch Nischenbildungen, Abtrennungen, verschiebbare Möblierungen oder neuen Sitzmöglichkeiten so gestalten, dass sie Lern- und Gruppenarbeitsraum, Rückzugsort, Sozialraum und Entspannungsbereich sein können, ohne den notwendigen ursprünglichen Zweck zu verlieren.
  • Auch zeitliches Öffnen mancher Klassen und das Nutzen leerer Internatsräume ermöglicht Gruppen- oder Einzelarbeit.

WLAN-Kapazitäten

Moderne Formen des Lernens und Lehrens brauchen starke WLAN/LAN-Ressourcen sowie viele Steckdosen – ein eigener Computerraum wird dagegen kaum mehr benötigt und kann anderweitig genutzt werden.

Erweiterung & Adaption von Essens- und Sozialräumen

  • In zwei Schulen wurden Essens- und Sozialräume umgestaltet und durch Raumtausch vergrößert.
  • In allen Schulen wurden die Aufwärm-/ Koch- und Kühlmöglichkeiten erweitert z.B. durch neue Küchenecken; Induktionsplatten, Miniöfen, Mikrowellen oder weitere Kühlschränke.
  • Zum Teil wurden auch einfach mehr Kochtöpfe, Geschirr und Besteck angeschafft, bzw. zusammengesammelt.

Rückzugs-, Entspannungs- & Bewegungsräume

Mit etwas Kreativität, Beharrlichkeit und neuen Mehrfachnutzungen gelang es, trotz Platz- und Budgetknappheit Rückzugs- und Entspannungsbereiche zu gestalten:

  • Aus einem ungenutztem Raum im Dachboden entstand ein gemütlicher Rückzugsort für SchülerInnen
  • Kommunikations- und Entspannungsbereiche wurden geschaffen – mit neuen Sitzecken, Couches; Relax-Sessel, Liegestühlen, Hängesessel, Sitzpolstern oder einer Massageliege. Sie wurden teilweise gesponsert, gespendet, gebraucht besorgt oder über ein reguläres Budget finanziert und erhöhen die Qualität der Aufenthalts-und Lernbedingungen.
  • Eine Garderobe, die meist nur zum Ankommen und Weggehen genutzt wurde, wird nach minimalen Interventionen nun gern und rücksichtsvoll als Ruheraum genutzt. Liegestühle samt Decken und Polster wurden aufgestellt, statt dem störenden, automatisch angehenden Licht ein Lichtschalter zum Ein- und Ausschalten montiert.
  • In zwei Schulen wurden kleine (Abstell-)Räume gefunden, die Platz für einen Massagetisch bieten. SchülerInnen mit Massage-Ausbildungen boten zweimal pro Woche kostenlose Nacken- oder Rückenmassagen für MitschülerInnen an.
  • In einer Schule darf der Konferenz- und Sozialraum der Lehrpersonen von SchülerInnen als Arbeits- und Lernraum genützt werden.

Raumtemperatur

  • Heizen: Die Raumtemperatur sollte nutzungs- und bedarfsgemäß abgestimmt sein und ein Überheizen vermieden werden.
  • Kühlen: Nachrüstung passender Beschattungsmöglichkeiten für Aufenthaltsorte im Sommer, Schirme auf der Terrasse; Rollos oder Bäume vor Gebäude usw.

Diffusoren & Aromaöle

Die Gesundheit-und Krankenpflegeschulen sind von den Wirkungen der Aromatherapie überzeugt. Deshalb wurden Diffusoren mit Ultraschall angekauft und nun werden Aromaöle je nach Situation gezielt eingesetzt – sei es zur Beruhigung, Konzentrationssteigerung oder Aktivierung. Es wurden Handouts mit den Wirkungsbereichen der Öle erstellt und das Know-How können die SchülerInnen später auch für die Praxis der Pflege nützen.
Am häufigsten werden in Gesundheits-und Krankenpflegeschulen Duftmischungen mit aktivierenden Ölen eingesetzt. Wichtig ist dabei, dass die Räume nur ganz leicht – kaum wahrnehmbar – mit gut verträglichen, „unkomplizierten“ und von vielen akzeptierten natürlichen Bio-Ölen beduftet werden. Personen mit passenden Ausbildungen (z.B. AromatherapeutInnen) sollten involviert sein oder beratend zur Seite stehen. Bewährt haben sich …

  • zur Aktivierung Zitrusöle, Nadelöle, Litsea cubeba (zitronig frisch) und
  • zur Entspannung oder vor Prüfungssituationen Orange, Zitrone, Neroli, Lavendel oder fertige Duftmischungen mit entspannenden Ölen .
  • Zusätzlich sind in einer Schule Schalen mit Zirbenspänen im Einsatz.

OUTDOOR

„Raus ins Freie“ belebt, fördert die Konzentrationsfähigkeit und trägt zur Entspannung bei. Der Zugang und die Nutzung sollte leicht möglich sein und häufig in Unterricht und Pausen integriert werden.

Outdoor-Unterricht

Freiflächen werden verstärkt als Outdoor-Klasse, zum Unterricht in Gruppen oder als Lernbereiche genützt. Optimal dafür eignet sich eine angrenzende Terrasse, Schulen nutzen aber auch andere einfach erreichbare ruhige Orte im Freien. Wichtig ist eine Überdachung und/oder Beschattung, Sitzmöglichkeiten oder Stehtische. Vorteilhaft für regelmäßigen Outdoor-Unterricht ist auch eine Art von Tafel oder Flipchart, bzw. Klemmbretter zum Mitschreiben sowie ein Stromanschluss.

Lernnischen & Gesprächsecken im Freien

Durch eine nette Gestaltung ungenützter Balkone, Zonierungen oder Möblierungen auf großen Schulterrassen oder einen sogenannten „Nichtraucherplatz“ samt Bank und Bepflanzung vor der Schule wurden soziale Kommunikationsorte im Freien geschaffen. Pflanztröge und diverse Pflanzen eignen sich gut zur räumlichen Gliederung und Gestaltung, kostengünstige Ideen wie Paletten; Baumstammbänke; Holzhocker; Re-Use-Produkte bieten sich als Sitzmöglichkeiten an. Steckdosen sind von Vorteil.

Bereitstellung von Bewegungsmöglichkeiten

In zwei Schulen wurden auf der Terrasse Tischtennistische aufgestellt, die gut genützt werden. Die Fitnessgeräte in einem an die Schule angrenzenden Park werden genutzt und immer wieder in den Unterricht eingebaut. Voraussetzung dafür ist, nutzbare Plätze in angrenzenden Parks oder im nahen Wald zu entdecken.

Kräuterbeete & Naschgarten

Durch das Anlegen von Kräuterkisterln, Kräuterecken und Kräuterbeeten wurde das Kennen und Nutzen von Pflanzen und Kräutern gefördert und praktisch genutzt, z.B. im Rahmen des Unterrichts zur Produktion von Salben, Smoothies, Heiltees, Kräutersalz oder Schnittlauchbroten. Naschkisterl und Naschgarten bieten zudem einen Anlass, ins Freie zu gehen, schauen nett aus und machen Freude.

2. Rahmenbedingungen & Unterrichtsstrukturen

UNTERRICHTS- & PAUSENZEITEN

Zeiteinteilung

Pausen-, Unterrichts- und Anwesenheitszeiten können im Rahmen gesetzlicher Vorgaben hinterfragt und den Anforderungen gemäß adaptiert werden. Das erfolgte z.B. in Zeiten von Distance Learning. Erlebt ihr die Pausen als lang genug, zu lang, gibt es Veränderungswünsche und -möglichkeiten?
Es gibt Überlegungen, erlebte Vorteile des Distance Learnings für die Unterrichtsorganisation beizubehalten und z.B. einen Tag des Unterrichts mit selbstbasierten Lernen zu Hause abzuwickeln. Neben der klassischen Stoffvermittlung ermöglich die Individualisierung des Lernens auch, Lernen neu zu organisieren und Stärken als Ressource zu nützen.
Speziell der Online-Unterricht braucht wegen der hohen Konzentration mehr und aktivere Pausen – eine GKPS institutionalisierte deshalb konsequent nach allen 45 Min Online-Unterricht fünf Minuten Pause – manchmal mit aktiven Elementen. Andere Schulen machen nach jeder Doppelstunde eine etwas längere Pause.
Auch die Möglichkeit, möglichst gesund zu essen, gehört zu gesundheitsfördernden Rahmenbedingungen. Um genug Ressourcen (Platz, Zeit) für das Aufwärmen von mitgebrachten Speisen oder den Besuch der Kantine zur Verfügung zu haben wurde in einigen Schulen die Mittagspause nun klassenweise gestaffelt.

Qualität der Pause

Je nach Arbeit davor braucht man in Pausen …

  • eine Aktivierung (nach eher gleichförmigen Abläufen oder reinem Zuhören) oder
  • Entspannung und Ruhe (nach Hektik, hoher Konzentration oder vielen Gesprächen.

Aktivierende Pausen bedeuten z.B.: eine kurze Runde im Freien zum Luftschnappen, kleine Bewegungsübungen vorm Kaffeeholen, Outdoor-Aktivitäten wie einige Sprünge, Pendelübungen, bewusstes Aus-und Einatmen, Singen.
Seit 2021 schickt ein Lehrer jede Woche an alle Schulen gute und kreative Anregungen zur Pausen- und Wochengestaltung aus – “Der tägliche Pausentipp“ und „Der wöchentlichen Gesundheitsförderungstipp“. Es erweist sich sinnvoll, die zahlreichen Anregungen über einen begrenzten Zeitraum oder im Rahmen eines gesundheitsfördernden Schwerpunkts weiterzuleiten, denn sonst werden die Aussendungen inflationär und nur mehr selten genützt.

Stoffdichte & Stoffreduktion

SchülerInnen und auch Lehrpersonen plädieren aufgrund der hohen Belastungen der Ausbildung und als mögliches Mittel zur nötigen Reduktion von Belastungen und zur Adaption an die Anforderungen der Praxis und die neuen Berufsbilder für eine Durchforstung und Anpassung (Reduktion) des Unterrichtsstoffes – das muss bundesweit erfolgen, kann zu einem Teil aber auch von Lehrpersonen und den Schulen gesteuert werden.
Wochenenden und Urlaubs- oder Ferienzeiten sollten immer wieder auch arbeits- oder lernfrei gestaltet werden können – darauf ist besonders bei Fertigstell- und Prüfungsterminen zu achten. Günstig ist auch eine Absprache mit den SchülerInnen und Wahlmöglichkeit der Prüfungstermine.

PERSONALSITUATION

Leitung

Schulen zu führen ist keine leichte Aufgabe. Gute Führungsqualitäten und Know-How ermöglichen es erst, dass sich eine Schule zu einem gesunden, Lernfeld und Arbeitsbereich entwickeln kann. Leitungen von Gesundheits-und Krankenpflegeschulen müssen gut koordinieren können, sehr korrekt, flexibel und kreativ sein, zuhören können, aktiv werden, Geduld und Durchhaltevermögen aufbringen, manchmal unangenehme Entscheidungen treffen, die Arbeit der Teams wertschätzen, alle motivieren, zusammenhalten, Sicherheit bieten sowie gleichzeitig den MitarbeiterInnen wichtigen Freiraum zu lassen, die Ausbildung und die SchülerInnen in den Mittelpunkt stellen, auf die Bedürfnisse und den Bedarf unterschiedlichster Stakeholder eingehen, rasch auf wechselnden Rahmenbedingungen reagieren, die knappen Personal- und Finanzressourcen optimal einsetzen, politische und administrative Entscheidungen von außen mittragen und noch dazu oftmals ihren eigenen Bestand durch eigenständige Akquise von SchülerInnen sichern. Dazu sollen sie Visionen haben und umsetzen sowie fortbildungsbereit und gleichzeitig entspannt sein.
Diese vielfältigen, schwierigen Aufgaben sind nur dann zu schaffen, wenn auch LeiterInnen Anerkennung und Wertschätzung erfahren, Vertrauen genießen und Handlungsfreiraum und Unterstützung erhalten.

Vernetzung und Austausch der LeiterInnen: Ein Puzzleteil an Unterstützung bietet das Gesunde-Schule-LeiterInnen-Netzwerk im Projekt „Gesunde Schule“. Es hat sich bewährt, alle 6 bis 8 Wochen ein Online-Vernetzungstreffen zwischen den LeiterInnen verschiedener GKPS abzuhalten, in denen Gesunde Schule-Themen und Probleme ausgetauscht, Ideen entwickelt und gemeinsame Aktivitäten geplant werden. Um trotz knapper Ressourcen der LeiterInnen diese Treffen aufrecht erhalten zu können, werden sie extern von Styria vitalis organisiert, moderiert und dokumentiert.

Lehrpersonen

Einen großen Einfluss auf die Qualität des Unterrichts und das Wohlbefinden hat natürlich, ob die Arbeit durch das zur Verfügung stehende Personal überhaupt abgedeckt werden kann. Für diese Rahmenbedingungen ist zu sorgen, Notwendigkeiten sollten direkt an die zuständigen Strukturen weitergeleitet und fair diskutiert werden können und vor allem Chance auf Erfüllung haben. Neue Arbeitsplatzmöglichkeiten, Teilzeit oder individuelle bedürfnis- und bedarfsorientierte Absprachen können das Engagement für die Arbeit in der Schule erhöhen
Neben der Gestaltung des Unterrichts und der inhaltlichen Vermittlung erfüllen Lehrpersonen und BetreuerInnen als BegleiterInnen, MotivatorInnen, Vorbilder und Role-Models wichtige gesundheitsfördernde Funktionen. Das klassische Bild des Lehrer-Schülerverhältnisses verschiebt sich in Richtung eines stärkeren Miteinander-am-Ziel-Arbeitens, die Lehrpersonen und BetreuerInnen brauchen ein „offenes Ohr“ für die Anliegen und Anregungen der SchülerInnen.
Die Vorbildfunktionen beziehen sich auf lebenswichtige Kompetenzen z.B. auf Themen wie: Konfliktbewältigung, Zielerreichung, Umgang mit Stress und Belastungen, wie lasse ich andere meine Wertschätzung erkennen, wie halte ich es mit Schonung von Ressourcen und Nachhaltigkeit, wie ernähre ich mich gut, wie arbeitet ein gutes Team miteinander usw.
Lehrpersonen, sollen auch in Krisen/Lockdownzeiten gut und klar erreichbar sein (so gibt es an den meisten Schulen Sprechstunden vor Ort und es wurden im digitalen Lernen Telefonsprechstunden eingeführt).

Die Schule kann über die individuellen Haltungen und das Handeln einzelner Lehrpersonen hinausgehen und als soziales Team weiter und besser agieren. Gut ist es, wenn sich Lehrpersonen (auch verschiedener Schulen) untereinander vernetzen, fortbilden oder gemeinsame Visionen und Pläne entwickeln.
So wurde auch das steirische Netzwerk der Gesundheitsfördernden Gesundheits-und Krankenpflegeschulen entwickelt und Jahr für Jahr erweitert. Mittlerweile werden auch benutzerorientierte Fortbildungen und Ausbildungen (Gesunde Schule-Peers) für alle Schulen gemeinsam angeboten sowie Tagungen zum Austausch organisiert. Und die Angebote werden rege genutzt!

Admin- & Reinigungskräfte, SchulwartInnen

Die Bedeutung jener Personen, die in der Administration, Reinigung usw. ihren Dienst versehen, wird häufig unterschätzt und wenig wahrgenommen. Dabei sind sie öfter die ersten, direkten Ansprechpersonen von SchülerInnen und sorgen neben ihren primären Aufgaben für Kontinuität und weitere Erfahrungen. Ihre Grundhaltungen, ihr Umgang mit SchülerInnen und Lehrpersonen, ihr Handeln kann genauso gesundheitsförderlich oder -schädigend wirken. Gesundheitsfördernde Schulen sehen diese Kräfte als wichtige Mitglieder in einem funktionierenden Team an. Einige nehmen auch an den Fortbildungen oder Tagungen teil.

SCHONENDE NUTZUNG VON RESSOURCEN

Materialieneinsparungen

  • Beim Verwenden von Produkten für den praktischen Unterricht greifen die Schulen auf aussortierte, abgelaufene Produkte aus Krankenhäusern, Heimen oder von Firmen zurück – das betrifft z.B. Verbandsmaterialien, Materialien zum Blutabnehmen und nötige Materialien für weitere praktische Übungen.
  • Produkte werden auch auf ihre Wiederverwendbarkeit hin überprüft.

Förderung von CO2 schonender Mobilität

Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel
Zu Fuß oder mit dem Rad zu kommen, ist für die meisten SchülerInnen von Gesundheits- und Krankenpflegeschulen auf Grund der Wohnsituationen keine Alternative. Aber zur Ressourcenschonung macht es Sinn, in den Lehrgängen– vor allem zu Schulbeginn – klimafreundliche und kostensparende Möglichkeiten der Anreise zu suchen und zu besprechen. Apps wie „BusBahnBim“ unterstützen dabei gut. Manchmal nützt es auch, den Unterrichtsbeginn/-ende um ein paar Minuten zu verändern, um den öffentlichen Verkehr besser nutzen zu können. Auch ein Tag in der Woche als Lern- und Erarbeitungszeit zu Hause bewirkt eine Reduktion von Fahrten.

Förderung von Fahrgemeinschaften
Neben der Reduktion von CO2 und Fahrtkosten fördern Fahrgemeinschaften den kommunikativen Austausch und tragen neben dem Klimaschutz damit auch zur sozialen Gesundheit bei. Ein zunehmend starkes Argument ist auch eine ökonomische Entlastung durch Teilen der Fahrtkosten. Wenn es dann noch einen angenehmen Aufenthaltsraum oder einen passenden Arbeitsraum für eventuell nötige gegenseitige Wartezeiten gibt, ist die Flexibilität leichter aufzubringen. Ein Schlüsselfaktor für Fahrgemeinschaften am Anfang ist Kommunikation über Klassengrenzen hinweg, persönlich oder auf Plattformen: sei es über die Anreisewege, über die Angebote, die möglichen Verkehrsformen etc. – Ziel muss sein, es auszuprobieren. Vielleicht gibt es auch Belohnungsideen.

Klimafreundliche Klasse
Die „Wahl der klimafreundlichsten Klasse“ (Verbrauch/Reduktion von CO2; Art des Essens usw.): Die erreichte Reduktion im Vergleich zur Ausgangsbasis (errechenbar z.B. über BusBahnBim) wird zusammengezählt und durch die Anzahl der SchülerInnen dividiert. So ergibt sich auch angesichts unterschiedlicher Fahrtstrecken oder SchülerInnenanzahlen ein prozentmäßig fairer Vergleich zwischen verschieden großen Klassen oder unterschiedlichen Entfernungen beim Schulweg. Belohnungen wie z.B. ein Tag mit gemeinsamem Ausflug statt Regelunterricht können zusätzlich motivieren). In der Nachbearbeitungsphase wird überlegt, welche der klimafreundlichen Maßnahmen beibehalten werden können.