Integration von Flüchtlingen

Ideen für Gemeinden, Schulen, Kindergärten…

Erfolgreiche Aufnahme von Flüchtlingen: BürgermeisterInnen berichten

Schauen Sie sich die fünf kurzen Videos an und lassen Sie sich durch positive Beispiele motivieren. Hier geht´s zu den Videos >>

  • Bgm. Angelika Schwarzmann, Alberschwende in Vorarlberg, 3.182 EW (6:25 min.)
  • Bgm. Jürgen Maier, Horn in Niederösterreich, 6.458 EW (6:33 min.)
  • Bgm. Franz Josef Smrtnik, Eisenkappel-Vellach in Kärnten, 2.407 EW (7:55 min.)
  • Bgm. Ulrike Böker, Ottensheim in Oberösterreich, 4.514 EW (6:39 min.)
  • Bgm. Florian Kasseroler, Nenzing in Vorarlberg, 6.040 EW (11:53 min.)

Übersetzungen von „Willkommen“ in zahlreiche Sprachen

Hier >> finden Sie ein pdf mit dem Wort Willkommen in den Sprachen Persisch, Arabisch, Hindi, Pashto, Russisch, Georgisch, Spanisch, Somali, Kurdisch, Französisch, Bosnisch, Albanisch, Mazedonisch, Serbisch, Türkisch, Polnisch und Englisch.
Sie können einzelne Blätter ausdrucken und auf Türen oder im Eingangsbereich von Flüchtlingsunterkünften aufhängen oder Kinder auf ihrem Platz in der Schule damit begrüßen. Eine kleine Geste, die aber große Freude machen kann.

AnsprechpartnerIn bekannt machen

Machen Sie über die Gemeindehomepage und -zeitung bekannt, an wen in der Gemeinde man sich wenden kann, wenn man als BürgerIn in irgendeiner Form unterstützend aktiv werden möchte.

Sich gegenseitig kennenlernen

Viele neue Menschen – noch dazu aus anderen, fernen Ländern – können bei der einheimischen Bevölkerung Unbehagen bis hin zu Angst erzeugen. Oft basieren diese Gefühle auf Unsicherheit oder Unwissenheit. Wenn ich jemanden nicht kenne, nehme ich einfach an, dass er so und so ist. Der beste Weg, dem zu begegnen, ist einander kennenzulernen. Dazu gibt es zahlreiche Möglichkeiten:

  • Geben Sie den Flüchtlingen die Möglichkeit, ihre Geschichte zu erzählen, sich vorzustellen, um ein „Gesicht“ zu bekommen und nicht nur eine Person unter vielen zu sein. Flüchtlinge, die Englisch sprechen, können als Übersetzer fungieren.
  • Stellen Sie in Ihrer Gemeinde wohnende Flüchtlinge im Laufe der Zeit nach und nach auf der Homepage der Gemeinde oder in der Gemeindezeitung näher vor.

Den Alltag in Österreich erklären

Viele alltägliche Handlungen, die für in Österreich lebende Menschen selbstverständlich sind, sind für Flüchtlinge neu. Sie machen dadurch in den Augen anderer Fehler, die Ärger verursachen können. Um das zu vermeiden, ist es wichtig, den Alltag in Österreich zu erklären. Dazu ist die Unterstützung der einheimischen Bevölkerung notwendig. Mögliche Themen sind…

  • Grüßen, Hand geben
  • Umgang von Frauen und Männern miteinander
  • Müll richtig trennen
  • Verhalten im Straßenverkehr und Straßenverkehrsordnung
  • Aufsichtspflichten von Erwachsenen

Gemeinsame Aktivitäten trotz fehlender Sprachkenntnisse

Wenn die sprachlichen Möglichkeiten fehlen, um sich näher zu kommen, bewähren sich gemeinsame Aktivitäten:

  • Zeigen Sie den Flüchtlingen bei Spaziergängen oder Wanderungen Ihre Gemeinde.
  • Machen Sie gemeinsam Sport (z.B. auch über den Sportverein).
  • Kochen, Tanzen oder Singen Sie gemeinsam und lernen Sie dadurch auch Rezepte, Tänze oder Lieder aus anderen Ländern kennen.
  • Besuchen Sie die Flüchtlingsunterkünfte und verbringen Sie gemeinsam Zeit.
  • Spielen Sie gemeinsam einfache Spiele.
  • Studieren Sie gemeinsam ein Pantomime-Theaterstück ein.

Aktiv zu ehrenamtlichem Engagement einladen

Viele Flüchtlinge suchen eine Betätigung sowie Kontakt zur heimischen Bevölkerung, wissen aber über die Möglichkeiten einer ehrenamtlichen Arbeit nicht Bescheid und trauen sich auch nicht zu fragen. Laden Sie als Gemeinde daher aktiv zur Mitarbeit ein. Bei gemeinschaftlichen Aktionen wie dem jährlichen Müllsammeln oder der Pflege von Blumenbeeten im öffentlichen Raum können auch Menschen ohne Deutschkenntnisse mitmachen. Auf diese Weise kommen sich beide Seiten zwanglos näher und die Flüchtlinge lernen auch den Alltag in Österreich besser kennen.

Patenschaften für Flüchtlinge

Es ist nicht notwendig, dass alle BürgerInnen alle Flüchtlinge kennenlernen. Schön ist es aber, wenn z.B. die Gemeinde Patenschaften für Flüchtlinge organisiert. Auf diese Weise können sich einzelne Menschen besser kennenlernen. Nachbarschaft spielt in diesem Zusammenhang eine bedeutende Rolle. Nachbarn sind nah an den Geschehnissen, erleben mit, was in ihrer Umgebung passiert und können zur dauerhaften Integration beitragen. Als PatInnen helfen sie den Flüchtlingen bei unterschiedlichen Dingen, sie organisieren Sachspenden, begleiten sie bei Behördengängen, geben Sprachunterricht oder bringen ihnen die einheimische Kultur näher.

Die Gemeinde mit anderen Augen sehen

Die Flüchtlinge müssen hier in Österreich viel Neues lernen, aber auch wir können von ihnen lernen. Fragen Sie Flüchtlinge, mit denen ein sprachlicher Austausch möglich ist, was ihnen in der Gemeinde besonders gefällt, was ihnen hier auffällt. Kinder können derartige Eindrücke auch zeichnen.
Oder laden Sie die Flüchtlinge dazu ein, im Gemeindegebiet jene Dinge/Bereiche zu fotografieren, die ihnen aus verschiedensten Gründen besonders auffallen und machen sie mit diesen Fotos eine kleine Ausstellung.

Nicht alle sind Moslems und sprechen Arabisch

Gehen Sie nicht automatisch davon aus, dass die Sprache der Flüchtlinge mit (einer) der offiziellen Landessprache(n) und ihr Religionsbekenntnis mit der im Land vorherrschenden Religion identisch sind. Gerade Menschen, die sprachlichen oder religiösen Minderheiten angehören, werden oft besonders verfolgt. So sind Flüchtlingskinder aus Syrien oder dem Irak mitunter keine Moslems, sondern Christen oder Yessiden und sprechen im Familienverband häufig Kurdisch. Es ist also darauf zu achten, sie nicht unhinterfragt dem islamischen Religionsunterricht oder dem muttersprachlichen Unterricht in Arabisch zuzuteilen.

Muttersprachliche LehrerInnen als Mittler

Muttersprachliche LehrerInnen sind Mittler zwischen Schulpersonal und Flüchtlingskind bzw. seinen Eltern. Der Einsatz von Lehrkräften für Arabisch, Farsi, Dari und Paschtu (Afghanistan), Tschetschenisch und eventuell Kurdisch (Syrien, Irak) sowie Somali wäre daher nach Möglichkeit auszuweiten. Bei der Suche nach geeigneten Personen ist das Referat für Migration und Schule im BMBF (elfie.fleck@bmbf.gv.at) behilflich.

Materialien zur sprachlichen Bildung

  • Das PUMA-Spiel in Form eines Faltblattes schafft für Kindergarten- und VS-Kinder Sprechanlässe unabhängig von der Erstsprache der Kinder, um die Freude am Erzählen, Singen und Plaudern, die Selbstsicherheit beim Sprechen, das Kennenlernen anderer Sprachen sowie die Solidarität zu unterstützen.
    Gratis-Download >>
  • Das KIESEL-Paket bietet Unterrichtsmaterialien, Spiele, Sprachvergleiche und Hörbeispiele für eine Entdeckungsreise durch die Welt der Sprachen.
    Gratis-Download >>
  • Mit der mehrsprachigen Lernsoftware Multidingsda für 4 bis 11-Jährige lassen sich 600 deutsche Wörter aus 40 alltäglichen Situationen multimedial lernen. 14 Sprachen stehen zur Auswahl: u.a. Albanisch, Arabisch, Bosnisch, Mazedonisch, Russisch, Tamilisch und Türkisch.
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Benefizaktionen gemeinsam organisieren

Benefizveranstaltungen dienen nicht nur dem Sammeln von Geld- oder Sachspenden, sondern stärken auch das Gemeinschaftsgefühl. Organisieren Sie die Veranstaltungen gemeinsam mit den Flüchtlingen. Sportliche Aktivitäten wie ein Sponsorenlauf oder ein Benefizturnier oder auch Schulfeste und Konzerte funktionieren auch ohne Deutschkenntnisse und geben den Flüchtlingen das Gefühl, ebenfalls einen Beitrag leisten zu können.

„Wurzeln schlagen“ im Gemeinschaftsgarten

Legen Sie auf den Außenflächen der Flüchtlingsunterkunft gemeinsam mit den Flüchtlingen einen Nutzgarten mit Kräutern, Gemüse oder Beerensträuchern an. Das Graben, Pflanzen und Bauen bietet eine Möglichkeit, sich einzubringen und die Umgebung mitzugestalten. Die Betreuung eines Gartens ist auch für viele erwachsene Flüchtlinge eine Aufgabe, die sie aus ihrer Heimat kennen.

Mobilität fördern durch Radfahrkurse

Flüchtlinge wohnen häufig in eher entlegenen Quartieren. Mit dem Rad haben sie die Möglichkeit, ihre Umgebung besser kennenzulernen und am Leben teilzunehmen. In Radfahrkursen werden die TeilnehmerInnen mit dem österreichischen Verkehrssystem vertraut gemacht und v.a. Frauen erhalten auch die Möglichkeit, Radfahren überhaupt erst zu erlernen.
Bei gemeinsamen Reparaturwerkstätten können die Flüchtlingen ihre Fähigkeiten einbringen.